Wer nach „Kindersicherung Steckdose“ sucht, landet meist bei dieser Idee: ein Kunststoffplättchen in die Steckdose kleben oder stecken, damit kleine Finger nicht in die Löcher greifen – für viele Eltern klingt das nach der einfachsten Lösung überhaupt. Der VDE warnt jedoch ausdrücklich davor: Genau diese gut gemeinten Nachrüstungen können den Kontaktabstand in der Steckdose verändern – mit einem Brandrisiko, das die wenigsten Eltern auf dem Schirm haben.

 

Kindersicherung Steckdose: Warum eingeklebte Lösungen selbst zur Gefahr werden

 

Frank Steinmüller, beim VDE zuständig für den Bereich Home & Building, erklärt das Problem so: Klebt oder steckt man ein zusätzliches Kunststoffteil in eine Steckdose, verändert sich der Abstand zwischen den Kontakten von Stecker und Dose. Ein später eingesteckter Stecker dringt dadurch nicht mehr so tief ein wie vorgesehen – die Kontaktfläche wird kleiner, der elektrische Übergangswiderstand steigt. Genau an dieser Stelle kann sich die Steckverbindung dann unbemerkt erwärmen. Besonders kritisch wird es bei Geräten, die dauerhaft eingesteckt bleiben, etwa Ladegeräte, Aquarienpumpen oder Geräte im Standby-Betrieb – hier wirkt die Erwärmung über Stunden oder Tage, nicht nur für ein paar Minuten.

  • Verändern die Einstecktiefe des Steckers und damit die wirksame Kontaktfläche.
  • Erhöhen den Übergangswiderstand an der Steckverbindung – die Stelle erwärmt sich unbemerkt.
  • Besonders gefährlich bei Dauerlast, etwa Ladegeräten, Aquarienpumpen oder Geräten im Standby.
  • Entsprechen nicht mehr der VDE-Norm 0620-1, die Maße und Abstände der Steckverbindung festlegt.
  • Lassen sich oft leichter lösen, als viele Eltern denken – gerade wenn Kinder daran ziehen.

 

Das sagt die Norm: VDE 0620-1 lässt keine nachträglichen Zusatzteile zu

 

Die Norm VDE 0620-1 legt exakt fest, welche Maße und Abstände eine Schutzkontakt-Steckdose und der passende Stecker einhalten müssen. Zusatzbauteile, die diese Maße verändern – dazu zählen sowohl aufgeklebte Plättchen als auch viele steckbare Kindersicherungs-Einsätze –, sind laut Norm nicht zulässig. Sobald ein solches Teil in der Dose sitzt, erfüllt die Kombination aus Steckdose, Zusatzteil und späterem Stecker die Norm nicht mehr – unabhängig davon, wie gut das einzelne Produkt beworben wird.

 

Auch der Begriff „kindersicher” ist mittlerweile eingeschränkt

 

Selbst Steckdosen mit werkseitig eingebautem Berührungsschutz dürfen inzwischen nicht mehr uneingeschränkt als „kindersicher” beworben werden. Nach einem tragischen Unglücksfall in einer Kindertagesstätte hat die zuständige Marktaufsichtsbehörde entschieden, dass Begriffe wie „kindersicher”, „Kinderschutz” oder „Kindersicherung” im Zusammenhang mit Steckdosen irreführend sind – Hersteller, die trotzdem so werben, riskieren ihre VDE-Zulassung. Offiziell ist seitdem nur noch von „erhöhtem Berührungsschutz” die Rede. Die Botschaft dahinter: Auch die technisch beste Lösung ersetzt keine Aufsicht – sie senkt das Risiko, auf null bringt sie es nicht.

 

Die eigentlich sichere Nachrüstung: Steckdosen mit eingebautem Berührungsschutz

 

Der nach VDE 0620-1 anerkannte Weg ist ein anderer: Steckdosen, bei denen der Berührungsschutz von Werk aus eingebaut ist, statt nachträglich draufgeklebt oder gesteckt zu werden. Diese Dosen besitzen einen sogenannten Shutter – eine drehbare Klappe direkt hinter den Kontaktöffnungen, die sich nur dann öffnet, wenn auf beide Pole gleichzeitig und mit ausreichend Druck eingewirkt wird, wie es ein echter Stecker tut. Ein einzelner Gegenstand, den ein Kind in ein Loch steckt, bewegt die Klappe dagegen nicht. Weil dabei die genormten Maße und Abstände der Steckdose selbst erhalten bleiben, ändert sich am Übergangswiderstand nichts – die Brandgefahr, die bei Klebelösungen entsteht, gibt es hier nicht. Der Tausch bestehender Steckdosen gegen eine Ausführung mit Berührungsschutz ist ein Eingriff in die bestehende Elektroinstallation und gehört in die Hände einer Elektrofachkraft. Wer eine wirklich sichere Kindersicherung Steckdose für Steckdose nachrüsten will, lässt deshalb die Dose selbst tauschen.

 

Für Mietwohnungen: Was tun, wenn ein Steckdosentausch nicht infrage kommt?

 

Nicht jeder darf oder möchte als Mieter die Steckdosen im Haus austauschen lassen. Für diesen Fall gibt es eine Zwischenlösung, die anders als Klebeplättchen keinen Einfluss auf die Steckverbindung selbst hat: Abdeckkappen, die die komplette Steckdose von außen verschließen, statt einzeln in die Kontaktlöcher gesteckt zu werden. Sie berühren die Kontakte nicht und verändern damit auch nicht deren Abstand zueinander. Sinnvoll ist außerdem, den Fokus auf die Steckdosen zu legen, die tatsächlich täglich in Reichweite der Kinder sind – und ungenutzte Steckdosen im Zweifel einfach mit einem Möbelstück zu verdecken, statt sie zu bekleben.

 

Rundum-sorglos mit Elektro Niehage

 

Als Meisterbetrieb aus Gütersloh tauschen wir auf Wunsch Steckdosen im gesamten Haus oder gezielt im Kinderzimmer und Wohnbereich gegen normkonforme Ausführungen mit eingebautem Berührungsschutz – ohne nachträgliche Zusatzteile, ohne Kompromisse bei den VDE-Vorgaben. Im Vergleich zu einer umfassenderen Elektroinstallation ist der Aufwand für einen solchen Steckdosentausch meist überschaubar; wie viele Steckdosen betroffen sind und was dabei sonst noch ansteht, klären wir am einfachsten bei einer kurzen Begutachtung vor Ort – unverbindlich und kostenlos. So bekommt Ihr Zuhause seine Kindersicherung Steckdose für Steckdose – fest eingebaut statt nachträglich aufgeklebt.

Mehr zu unserer Elektroinstallation – passend dazu auch unser Ratgeber zu den Warnzeichen einer veralteten Elektroinstallation – oder direkt Kundendienst anfragen.

 

Kurz & knapp: Die wichtigsten Fragen

 

Sind eingeklebte Kindersicherungen in Steckdosen verboten?

Ein gesetzliches Verkaufsverbot gibt es nicht, trotzdem raten VDE und Elektrofachbetriebe klar davon ab: Sie verändern die genormten Maße der Steckverbindung und verstoßen damit gegen VDE 0620-1 – mit realem Brandrisiko, besonders bei dauerhaft angeschlossenen Geräten. Wer im Handel nach „Kindersicherung Steckdose“ sucht, sollte deshalb auf fest eingebauten Berührungsschutz achten – nicht auf Klebeplättchen.

Was ist der Unterschied zwischen einer Klebesicherung und einer Steckdose mit Berührungsschutz?

Eine Klebe- oder Einsteck-Sicherung ist ein nachträgliches Zusatzteil, das die Geometrie der Steckdose verändert. Eine Steckdose mit eingebautem Berührungsschutz kommt bereits ab Werk mit einem Shutter-Mechanismus – ohne Zusatzteil, ohne veränderte Maße.

Kann ich Steckdosen mit Berührungsschutz selbst austauschen?

Der Austausch einer Steckdose ist ein Eingriff in die bestehende Elektroinstallation und sollte einer Elektrofachkraft überlassen werden – schon damit am Ende wirklich alles normkonform sitzt.

Ersetzt eine Steckdose mit Berührungsschutz die Aufsicht durch Erwachsene?

Nein. Auch Steckdosen mit erhöhtem Berührungsschutz dürfen laut Marktaufsichtsbehörde nicht mehr als „kindersicher” beworben werden – sie senken das Risiko deutlich, ersetzen aber keine Aufsicht.

Steckdosen sicher nachrüsten lassen?

Wir tauschen Steckdosen in Ihrem Zuhause gegen normkonforme Ausführungen mit eingebautem Berührungsschutz – fachgerecht und ohne nachträgliche Zusatzteile.

Jetzt anrufen: 05209 99999-000Termin anfragen

So einfach geht's

In drei Schritten zum Termin

1

Anfrage stellen

Anrufen oder Formular ausfüllen.

2

Termin vereinbaren

Wir melden uns kurzfristig zurück.

3

Elektriker vor Ort

Fachgerecht erledigt, sauber hinterlassen.