Sicherung fliegt raus? Gerade läuft noch der Fernseher, dann ist es plötzlich dunkel – im Wohnzimmer, in der Küche oder gleich im ganzen Haus. Fast jeder kennt diesen Moment: Die Sicherung ist rausgeflogen. Meist steckt etwas Harmloses dahinter, etwa zu viele Geräte an einem Stromkreis. Manchmal ist das Auslösen aber auch ein Warnsignal, das man ernst nehmen sollte. Hier erfahren Sie, was Sie selbst prüfen können, was Sie auf keinen Fall tun sollten – und wann es Zeit für den Elektriker ist.
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Erst einmal: Welcher Schalter hat ausgelöst?
Im Sicherungskasten sitzen in modernen Anlagen zwei Arten von Schutzschaltern, die aus unterschiedlichen Gründen auslösen:
Leitungsschutzschalter (umgangssprachlich „Sicherung“ oder „Sicherungsautomat“) schützen jeweils einen Stromkreis, zum Beispiel „Küche“ oder „Bad“. Sie lösen aus, wenn zu viel Strom fließt – also bei Überlast oder Kurzschluss. Den ausgelösten Schalter erkennen Sie daran, dass sein Kippschalter nach unten zeigt.
FI-Schutzschalter (Fehlerstromschutzschalter) sind meist etwas breiter, tragen eine Testtaste mit „T“ und sichern oft mehrere Stromkreise gemeinsam ab. Sie lösen aus, wenn Strom dorthin fließt, wo er nicht hingehört – zum Beispiel über ein defektes Gerät oder über Feuchtigkeit. Damit schützen sie Menschen vor einem gefährlichen Stromschlag.
Sitzen in Ihrem Sicherungskasten noch alte Schraubsicherungen mit Porzellan-Einsatz, ist das selbst schon ein Hinweis auf eine veraltete Anlage – mehr dazu in unserem Ratgeber zu den Warnzeichen eines veralteten Sicherungskastens.
Sicherung fliegt raus: Überlast oder Kurzschluss
Überlast ist der häufigste Grund. Laufen an einem Stromkreis gleichzeitig mehrere leistungsstarke Geräte – etwa Wasserkocher, Kaffeemaschine und Mikrowelle in der Küche oder ein Heizlüfter an der Steckdosenleiste – wird die Leitung zu stark belastet. Der Schutzschalter löst dann oft nicht sofort aus, sondern nach einigen Sekunden oder Minuten. Merksatz: Sicherung fliegt raus – meist ist der Stromkreis überlastet.
Kurzschluss bedeutet dagegen einen echten Defekt: Ein Gerät, ein Kabel, ein Stecker oder eine Leitung in der Wand ist beschädigt. Typisch ist, dass die Sicherung in dem Moment auslöst, in dem ein bestimmtes Gerät eingeschaltet oder eingesteckt wird.
FI-Schutzschalter ausgelöst: Fehlerstrom
Löst der FI-Schutzschalter aus, ist irgendwo Strom „abgeflossen“. Häufige Ursachen sind defekte Elektrogeräte (besonders Geräte mit Wasser oder Heizelement wie Waschmaschine, Geschirrspüler oder Wasserkocher), Feuchtigkeit in Außensteckdosen oder Gartenleuchten nach starkem Regen sowie beschädigte Leitungen – zum Beispiel nach dem Bohren in die Wand. Genau für solche Fälle ist der FI-Schutzschalter da: Er schaltet ab, bevor jemand zu Schaden kommt. Mehr zum Hintergrund lesen Sie in unserem Beitrag zur FI-Pflicht für Steckdosen.
Schritt für Schritt: So gehen Sie vor
Mit dieser Reihenfolge finden Sie in vielen Fällen selbst heraus, ob ein Gerät die Ursache ist:
- Licht organisieren: Taschenlampe oder Handylicht nehmen und den Sicherungskasten suchen.
- Geräte vom Netz nehmen: Im betroffenen Bereich alle Geräte ausschalten und die Stecker ziehen – bei einem ausgelösten FI-Schutzschalter in allen Räumen, die ohne Strom sind.
- Schalter einmal wieder einschalten: Den ausgelösten Schalter nach oben kippen.
- Geräte nacheinander zuschalten: Hält der Schalter, stecken Sie ein Gerät nach dem anderen wieder ein. Löst er bei einem bestimmten Gerät aus, haben Sie den Verursacher gefunden – dieses Gerät nicht mehr benutzen.
- Löst er sofort wieder aus, obwohl nichts angeschlossen ist: Dann liegt der Fehler sehr wahrscheinlich in der Installation. Nicht immer wieder einschalten, sondern einen Elektriker rufen.
- Niemals: Schutzschalter mit Klebeband oder Gewalt festhalten, Sicherungen überbrücken oder eine stärkere Sicherung einsetzen. Damit hebeln Sie den Brandschutz aus.
Wann der Elektriker ran muss
Spätestens in diesen Fällen sollten Sie die Ursache von einer Elektrofachkraft prüfen lassen:
Der Schalter löst aus, obwohl keine Geräte angeschlossen sind – dann steckt der Fehler in Leitungen, Steckdosen oder Schaltern.
Die Sicherung fliegt immer wieder raus, auch bei normaler Nutzung. Dann ist der Stromkreis entweder dauerhaft überlastet oder es gibt einen schleichenden Defekt.
Sie bemerken Schmorgeruch, Knistern, warme oder verfärbte Steckdosen und Schalter. Das sind Alarmzeichen – betroffenen Stromkreis abschalten und nicht weiter benutzen.
Es gab einen Wasserschaden oder es wurde kurz vorher in die Wand gebohrt.
Ihre Anlage hat noch Schraubsicherungen oder gar keinen FI-Schutzschalter. Dann ist eine Modernisierung ohnehin sinnvoll – woran man eine Anlage mit Nachholbedarf erkennt, zeigt unser Ratgeber zur veralteten Elektroinstallation.
Vorbeugen: FI-Schutzschalter zweimal im Jahr testen
Ein FI-Schutzschalter ist ein mechanisches Bauteil – und das kann mit den Jahren schwergängig werden. Ob er im Ernstfall noch zuverlässig auslöst, sehen Sie von außen nicht. Deshalb gilt: Drücken Sie mindestens zweimal im Jahr die Testtaste „T“; viele Hersteller empfehlen ausdrücklich eine halbjährliche Prüfung.
So geht es: Taste drücken – der FI-Schutzschalter muss sofort auslösen und die angeschlossenen Stromkreise abschalten. Danach den Schalter einfach wieder nach oben kippen. Löst er beim Drücken der Testtaste nicht aus, ist er defekt und muss umgehend von einer Elektrofachkraft getauscht werden.
Unser Tipp zum Merken: Testen Sie den FI-Schutzschalter immer bei der Zeitumstellung im März und im Oktober – die nächste ist schon am 25. Oktober. Ausführlich erklären wir den Test im Beitrag FI-Schutzschalter richtig testen.
Rundum-sorglos mit Elektro Niehage
Sicherung fliegt raus, immer wieder? Oder löst der FI-Schutzschalter ohne erkennbaren Grund aus? Unser Kundendienst in Gütersloh, Bielefeld und Umgebung sucht die Ursache systematisch, tauscht defekte Schutzschalter und behebt Fehler in Leitungen, Steckdosen und Verteilungen. Ist ein Stromkreis dauerhaft überlastet, planen wir zusätzliche Stromkreise. Und wenn Ihre Anlage in die Jahre gekommen ist, modernisieren wir als Meisterbetrieb den kompletten Sicherungskasten – mehr dazu unter Sicherungskasten erneuern. Den Aufwand klären wir vor Ort, danach erhalten Sie einen unverbindlichen Kostenvoranschlag.
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Kurz & knapp: Die wichtigsten Fragen
Darf ich eine ausgelöste Sicherung selbst wieder einschalten?
Ja. Leitungsschutzschalter und FI-Schutzschalter wieder einzuschalten ist ausdrücklich für Laien gedacht. Arbeiten an der Anlage selbst – etwa Schalter tauschen oder Leitungen prüfen – gehören dagegen in die Hände einer Elektrofachkraft.
Was ist der Unterschied zwischen Sicherung und FI-Schutzschalter?
Die Sicherung (Leitungsschutzschalter) schützt die Leitung vor Überlast und Kurzschluss und damit vor Bränden. Der FI-Schutzschalter schützt Menschen: Er erkennt Fehlerströme, wie sie bei einem Stromschlag fließen, und schaltet in Sekundenbruchteilen ab.
Sicherung fliegt raus – immer beim Wasserkocher?
Meist ist der Stromkreis schon durch andere Geräte stark belastet, und der Wasserkocher bringt das Fass zum Überlaufen. Passiert es auch, wenn sonst nichts läuft, kann das Gerät selbst defekt sein – dann bitte nicht weiter benutzen.
Warum löst der FI-Schutzschalter nach starkem Regen aus?
Häufig ist Feuchtigkeit in eine Außensteckdose, eine Gartenleuchte oder eine Abzweigdose im Außenbereich gelangt. Das sollte geprüft werden, denn genau dort entsteht im Ernstfall die Gefahr eines Stromschlags.
Wie oft sollte ich den FI-Schutzschalter testen?
Mindestens zweimal im Jahr über die Testtaste „T“ – am einfachsten immer bei der Zeitumstellung im März und Oktober. Löst er dabei nicht aus, muss er umgehend getauscht werden.
Kann ich einfach eine stärkere Sicherung einsetzen, damit sie nicht mehr rausfliegt?
Nein, auf keinen Fall. Die Sicherung ist auf die Leitung abgestimmt. Eine stärkere Sicherung lässt mehr Strom zu, als die Leitung verträgt – die Leitung kann überhitzen und einen Brand auslösen. Bei dauerhafter Überlast sind zusätzliche Stromkreise die richtige Lösung.
Sicherung fliegt raus – immer wieder?
Unser Kundendienst findet die Ursache und behebt den Fehler – schnell und zuverlässig in Gütersloh, Bielefeld und Umgebung.
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